Aus unserer aktuellen Arbeit

Tagestickelt ab 2020 auch in Reichenbach

Ab 1.1.2020 können Sie auch im Bus, am Automaten oder über die VVS-App ein Tagesticket für beliebig viele Fahrten innerhalb Reichenbachs ab dem Kauf bis zum nächsten Morgen um 6:59 Uhr erwerben. Das Haltestellen-Zählen hat damit ein Ende.

Der Preis:

eine Person - 3,00€

Gruppe bis 5 Personen - 6,00€

z.B. morgens einen Arzttermin in Reichenbach wahrnehmen, anschließend weiter zum Einkaufen und wieder zurück; am Nachmittag Freunde zum Kaffee besuchen oder am Abend einen Gaststättenbummel machen.

Unser Antrag - erfolgreich dank der Zustimmung aller Fraktionen.

Kindergarten Steinäcker

Warum die SPD-Fraktion den Ausbau an diesem Standort ablehnt?

Die Realität in allen Orten zeigt, dass Krippenplätze und Ganztageseinrichtungen in der Regel von den Eltern mit dem Auto auf dem Weg zur Arbeit oder auch zur Abholung gebracht und/oder geholt werden. Dies geschieht wegen der oftmals schwierigen Verkehrslage im Berufsverkehr stets unter Zeitdruck. Da diese Einrichtung nur zu Fuß erreicht werden kann/soll, haben wir den Ausbau dieses Standorts abgelehnt.

Für uns wäre der Clärchen-Seyfert-Kindergarten wesentlich geeigneter gewesen.

Auch die innere Organisation wäre im Clärchen-Seyfert-Kindergarten deutlich günstiger gewesen, da sich der Betrieb auf einer Ebene abwickeln lässt.

Die Mehrheit des Gemeinderats ist aber den Zahlen der Umbaukosten gefolgt, die für den Clärchen-Seyfert-Kindergarten deutlich teurer prognostiziert wurden.

Für uns hinkt dieser Vergleich aber, da der Clärchen-Seyfert-Kindergarten baulich deutlich älter ist und eine Sanierung zum jetzigen Zeitpunkt sicher gut gewesen wäre.

Bestätigt fühlen wir uns nun, da die Kosten für den Standort Steinäcker-Kindergarten deutlich gegenüber der Prognose gestiegen sind. 

Stellungnahme zum Artikel der EZ vom 21.05.2019

Artikel: Die grüne Wiese schonen  - von Dagmar Weinberg EZ 21.05.2019 (Seite 13)

Auch die SPD-Fraktion im Reichenbacher Gemeinderat steht zu dieser Überschrift. Trotzdem machen wir uns große Sorgen, dass angesichts der explodierten Immobilienpreise (Marktwirtschaft rein nach Angebot und Nachfrage), das Reichenbacher Modell in der Zukunft nicht mehr funktioniert. Ältere Menschen, die aus den Hanglangen ins Zentrum ziehen wollen, stehen vor 2 Herausforderungen: 1. Die angebotenen altersgerechten Eigentumswohnungen sind inzwischen sehr teuer oder sehr klein, doch der Erlös für das Häuschen mit kleinerem Grundstück aus den 60iger und 70iger Jahren besteht eigentlich fast nur noch aus dem Grundstückswert. Also wird der finanzielle Spielraum immer kleiner. Der Erlös aus dem Verkauf des Häuschens sollte aber auch noch für die Situation reichen, dass Pflegebedürftigkeit hinzukommt. 2. Ältere Menschen bekommen in der Regel keine Baukredite bei den Banken mehr.

Außerdem können sich in der reichen Bundesrepublik nicht alle Menschen eine eigene Immobilie leisten. Auch für diese Personen müssen wir Daseinsfürsorge als verantwortliche Gemeinderäte betreiben. Deshalb haben wir neben Erbpacht, Mehrgenerationenwohnen und anderen Fördermöglichkeiten als eine weitere Maßnahme eine Quote vorgeschlagen. Bei Neubauprojekten, nur im Geschoßwohnungsbau, könnte auch uns folgende Faustformel „50 + 25 + 25“ helfen, damit Baugenossenschaften auch preiswerten Wohnraum schaffen können: zur Refinanzierung sollen 50 Prozent der Wohneinheiten verkauft werden, 25 Prozent bleiben im eigenen Bestand für ein mittleres Preisniveau und 25 Prozent werden Sozialmietwohnungen. Solch ein Modell ist z.B. im schwäbischen Aalen mit allen Fraktionen entwickelt worden und wird mit Erfolg umgesetzt. So wäre es möglich allen Schichten unserer Bevölkerung Wohnraum anzubieten. Mit einem solchen Modell entstehen gerade nicht die von Bürgermeister Richter befürchteten Ghettos. Auch dem Kommentar von Dagmar Weinberg möchten wir an einer Stelle widersprechen, denn wir haben auch gefordert, dass der Gemeinderat klar definieren möge, welche Entwicklungsmöglichkeiten wo gegeben sein sollen, damit auch das dörfliche Reichenbach dort erhalten werden kann, wo es sich zu erhalten lohnt, auch als Beispiel für die Erinnerung an die eigene Geschichte.

Leserbrief von Wolfgang Baumann SPD-Fraktionsvorsitzender im Reichenbacher Gemeinderat